(Schnee)schuhwanderung



Am Do, den 28.1 2016 war eine Schneeschuhwanderung geplant. Wie verabredet trafen wir uns mit den beiden Nationpark-Guides Andreas und Matthias auf der Bergstation Zettersfeld. Dort erfuhren wir, dass es wegen Schneemangels aufgrund der hohen Temperaturen leider nicht möglich sein würde mit Schneeschuhen zu wandern. So wurde aus einer Schneeschuhwanderung eine „Schuhwanderung“


Nach kurzer Wanderung entdeckten wir eine Tierspur im Schnee. Er war eine tiefe Spur, woraus man schließen konnte, dass es ein größeres Tier gewesen sein musste und wir konnten auch die Abdrücke von Krallen erkennen. Jemand meinte, dass es eine Fuchsspur sein könnte, doch Matthias erklärte, dass Füchse wie die Models auf einem Catwalk gehen und die Fußabdrücke daher wie auf einer Schnur aufgefädelt liegen. Daher bezeichnet man den Gang des Fuchses auch als „schnüren“. Andreas verriet uns schlussendlich, dass die von uns entdeckte Spur von einem großen Hund stammt.


Bei unserem nächsten Halt holte Matthias einen Fuchsschädel aus der Tasche und erklärte uns, wie ein Fuchs den Winter verbringt. Dabei erfuhren wir, dass der Fuchs ein Generalist  ist, der in vielen Lebensräumen vorkommen kann, oft sogar in Städten, und trotz seines Raubtiergebisses (zeigen) eigentlich ein Allesfresser ist. Er ernährt sich zwar vor allem von Mäusen, frisst aber auch Beeren, Obst und Abfall und im Winter auch Aas. Er kann mit seinem feinen Gehör Mäuse unter der Schneedecke wahrnehmen und diese auch durch die Schneedecke hindurch fangen, wie man auf diesem Bild sehen kann.

Als wir die Waldgrenze, auf ca. 2000m Seehöhe erreicht hatten, erklärte uns Andreas, die verschiedenen Höhenstufen der Pflanzen und wie Pflanzen im Hochgebirge überleben können.
Im Hochgebirge müssen Pflanzen mit sehr rauen Klimabedingungen zurechtkommen: vor allem tiefe Temperaturen, viel Wind und Schnee machen den Pflanzen zu schaffen. Außerdem ist nur wenig Bodenmaterial vorhanden, wo die Pflanzen halt finden können. Bäume, die an der Waldgrenze vorkommen sehen ziemlich knorrig aus, da sie hier nur wenig Nähstoffe und Wasser bekommen, dem Wind eine große Angriffsfläche bieten und auch einem großen Schneedruck ausgesetzt sind. Man spricht daher auch von der Krummholzzone.


Ein Baum der an der Waldgrenze vorkommt ist die Lärche. Sie wirft im Winter die weichen Nadeln ab und verkleinert damit ihre Angriffsfläche für Schnee und Wind. Auf Stamm und Ästen der Lärche entdeckten wir jede Menge „Baumbart“. Andreas erklärte uns, dass es sich dabei um eine Flechte handelt, die vor allem da vorkommt, wo die Luftqualität sehr gut ist.

Auch die Zirbe kommt gut mit den rauen Bedingungen zurecht.  Man erkennt sie an den Kurztrieben, die aus fünf Nadeln bestehen. Im Winter können sie die Nadeln „zusammenschließen“  um die Angriffsfläche zu verkleinern.

Oberhalb der Baumgrenze, in etwa 2000-2300m Höhe, folgt der Zwergstrauchgürtel mit Zwergsträuchern, wie Almrosen, Wacholder und Erica.

Unterhalb der Schneegrenze findet man an geschützten Stellen hauptsächlich Polsterpflanzen, wie die Kalk-Polsternelke oder der Moos-Steinbrech. Durch die polsterförmige Wuchsform versuchen Sie ihre Oberfläche so klein wie möglich zu halten um Kälte und Wind zu trotzen. Sie haben aber oft kräftig gefärbte Blüten. Diese Pigmentierung ist ein guter Schutz vor der starken UV-Strahlung.

An der Waldgrenze machten wir dann auch gleich eine kurze Pause, wo wir uns mit einer selbst mitgebrachten Jause und Getränken stärkten.

Nach der Pause erklärte uns Matthias, dass sich die Klimazonen Nordeuropas in den Höhenstufen der Alpen widerspiegeln:
Die Taiga entspricht der Nadelwaldzone, die Tundra der subalpinen und alpinen Zone mit ihren Zwergsträuchern und Polsterpflanzen und die Polarzone der Gletscherzone. Dementsprechend kommen in den Alpen viele arktisch-alpine Tierarten vor. Dies kam so:
Als die Gletscher, die während der letzten Eiszeit Europa bedeckten, abschmolzen und sich nach Norden und ins Hochbirge zurückzogen, folgten ihnen die arktisch- alpinen Tierarten nach.


Arktisch-alpine Arten, wie etwa der Schneehase und das Schneehuhn sind hervorragend an Eis und Schnee angepasst.  Ich möchte Ihnen das anhand des Schneehasen erklären. Nina

 

Matthias zeigte uns anschließend zwei Schädel und wir sollten erraten, welches von beiden der Schneehase und welches das Murmeltier war. Dies war schwer festzustellen, da der Unterschied nicht so auffällig ist. Aber Hasen haben direkt hinter den Nagezähnen noch zwei kleine Stiftzähne, Murmeltiere nicht.


Auch das nächste Schädelpräparat, das Andreas uns zeigte war nicht so leicht zu erkennen. Aber vielleicht wissen ja die Eltern und Kinder hier im Saal, um welchen Tier es sich handelt?
Es ist der Dachs und man erkennt ihn an dem Scheitelkamm am Schädel, an welchem seine kräftige Kaumuskulatur ansetzt. Man sollte einem Dachs lieber nicht zu nahe kommen, da er eine enorme Beißkraft besitzt und einen Unterarm ohne Probleme durchbeißen könnte.

 



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